Das Böse und das Gute - und die Macht, zu bestimmen, wann was zählt

Manipulierende Kommunikation wird getrieben von Absichten und Zielen - keine Frage. Wertschöpfung ist ein fliegender Begriff. Wer möchte nicht Wert schöpfen? Werte bestimmen unser Leben, Normen regeln es. Normen sind allerdings keine Gesetze.  Und Werte sind nicht immer ehrenwerte Ziele. Egoismus gilt auch für Organisationen. Organisationen sind wie Individuen zu betrachten - das machen auch Organisationstheoretiker Also werden Organisationen nicht immer nach heren Werten streben, sondern auch nach ganz egoistischen. Und die Berater, die dies Treiben unterstützen - sie arbeiten für die Wertschöpfung. Wer hat denn behauptet, dass dies immer "hohe", ehrenwerte Ziele sind?
Aber wo kommen wir hin, wenn jeder nach seinem eigenen, höchsten Wert strebt? Ist es ok, käuflich zu sein? Wo sind Grenzen? Reicht es, Gesetze als Grenze zu sehen? Wie unmoralisch darf ein professioneller Kommunikator handeln? Ist es unmoralisch, den Menschen die Ressentiments zu bestätigen, nach denen sie gieren? Wie viel Fiktion ist legitim? In Zeiten von virtueller Realität und Socialbots - wie viel Fiktion ist noch vertretbar? Wie sehr wollen die Menschen getäuscht werden? In der Wohlfühlzone ist es doch so schön warm - warum frieren oder Bahn fahren?
Jeder Einzelne wird sich gegenüber sich selbst verantworten müssen - das gilt für professionelle Kommunikatoren ebenso wie für die Laienkommunikation. Und glücklicherweise sind wir gesegnet mit einem wachen Geist und der Fähigkeit, Zusammenhänge bewusst zu rezipieren.  Keine passiven Rezipienten. Keine dumme Masse. Nutzen wir diesen Verstand. Dann können uns auch die "bösen" Kommunikatoren nichts anhaben.

Professorabel - ein Job - mein Leben

Drei Semester, 2.000 Folien, ca. 50 mündliche Prüfungen, ca. 50 Hausarbeiten und ca. zehn Bachelor-Kolloquien: die quantitative Erfolgskontrolle meines Jobs als Professorin für Unternehmenskommunikation. Quantität ist aber nur die halbe Miete.
Unschätzbare Kolleginnen und Kollegen, die mir mit Rat und Tat zur Seite stehen, lehrreiche Evaluationen durch Studierende, inspirierende Erlebnisse mit Gästen und bei Exkursionen bilden die Eckpfeiler der qualitativen Evaluation von drei Semestern als Professorin.
Diese Erlebnisse haben mich in diesen faszinierenden Beruf hineinwachsen lassen und sie prägen meine Vorhaben, zünden Ideen und lassen mich mit einem Lächeln im Gesicht und voller Überzeugung sagen:

Ich lebe meinen Traum.

Ab jetzt wieder öfter von dieser Stelle mit Kommentaren, Diskussionsanregungen und Berichten aus der spannenden Welt der PR und Unternehmenskommunikation.

Ehre wem Ehre gebührt: Einen Award für das PR Report Camp!

Im zweiten Jahr hat sich das PR Report Camp für Studierende und junge Professionals aus dem PR-Bereich nochmal gesteigert! Es ist zu dem zentralen Nachwuchs-Event für die PR-Branche geworden und wird es hoffentlich noch lange bleiben!! Es ist dem Engagement von Johann Oberauer zu verdanken, dass sich die mehr als 1.000 PR-Nachwuchsmenschen in Berlin getroffen haben: Oberauer sponsorte die sechs Busse, die die jungen Leute von den verschiedensten Hochschulen sternförmig aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berlin brachten: Ein riesengroßes DANKE dafür!!! 😍 Ebenso an Magdalena Grubinger, die dieses Chaos meisterhaft organisierte!! Natürlich gilt der Dank ebenso dem gesamten Team des Verlags Oberauer, die diesen Event zum Erfolg gemacht haben!
Außerdem kostete dieser Event die Studis keinen Eintritt, sondern bot ihnen kostenfreien und vollverpflegten Zugang zur PR-Welt, zu zahlreichen Agenturen und PR-Profis, die aus erster Hand aus Ihrem Alltag berichten. 



Diese Leistung verdient einen Preis für die beste Nachwuchsarbeit im PR-Bereich!



Bild: https://prreportawards.de/camp/ 

Das Informationsangebot war reichlich, von Infoständen verschiedener Agenturen und Unternehmen über Pinnwände mit Stellenangeboten über Talkrunden, Kampagnen-Präsentationen und Workshops. Die Studierende, mit denen ich dorthin fuhr, kamen mit einem sehr positiven Eindruck zurück. Sie waren überrascht von der Offenheit von "hohen Tieren", von dem Abwechslungsreichtum der präsentierten Kampagnen und von den Angeboten vor Ort. PR in ihrer Reinform.

Bild: NB

Die Workshops waren teilweise richtig interaktiv, wie z. B. der von Lautenbach und Sass zum Thema "Tools für die PR". Dort pinnten die ca. 70 Teilnehmer spontan Ideen an die Metaplanwände, geleitet von zwei gut zu verstehenden Tools, die übrigens von Mirko Lange (Content FISH) bzw. von Dave Gray (Empathy Map) entwickelt wurden.

In der Session über Krisenkommunikation schilderte Jo Klein packend seine Sicht der Krise und der Krisenkommunikation um den Germanwings-Absturz 2015. Etwas verwirrend war nur, dass er diesen Fall eigentlich mit seiner Ex-Agentur erlebt hatte und ihn nun zusammen mit seinem jetzigen Chef präsentierte... der nicht ohne Hinweise von der Seite einzuwerfen daneben stand... 

Bild: https://prreportawards.de/camp/ 

Es zeigt sich, dass die wissenschaftlichen Prinzipien der Quellenangaben auch bei PR-Praktikern erstrebenswert sind. Damit Ehre gezollt wird, wem Ehre gebührt.

PR-Tools: Echobot


Echobot bietet einen Clippingservice für Print-, Online-Medien und Social Media Resonanz in einem Tool. Das webbasierte Tool ist von jedem Rechner aus zugänglich und ist kinderleicht zu bedienen. Die spontane Suche ermöglicht schnelle Recherchen, das Anlegen von beliebig komplexen Suchprofilen ist ebenfalls zügig erledigt - zumal ein Berater zur Ersteinrichtung und eventuellen Nachfragen zur Verfügung steht. Basis bilden ca. 60 Tausend Onlinemedien, ca. sechs Millionen Social Media Kommentare, sowie Printclippings von - zugegeben etwas mageren - 110 Tages- und Wochenzeitungen. Ergebnisse können per Email zugeschickt werden. Dabei gibt es auch die Einstellung eines Krisenwarnsystems, das sofort eine Email verschickt, wenn die Resonanz innerhalb eines kürzesten Zeitraumes in die Höhe schnellt.

Eine Visualisierung und erste Analyse der Ergebnisse liefern die unterschiedlichen "Ansichten" in den Suchergebnissen. Dort werden automatische Grafiken erstellt. Es ist auch möglich, den Clippings und Postings eine Wertung zuzuweisen, die mit ausgewertet wird.



Spaß macht die Downloadmöglichkeit als pdf, Excel oder csv-Dateien. Die Datenbank der Onlinemedien liefert folgende Daten:
  • Headline
  • Snippet (die ersten 140 Zeichen des Textes)
  • Clipping-Link
  • Datum
  • Quelle/Benutzer
  • Typ
  • Land
  • Visits der Quelle
  • Leser des Artikels (ca.)
  • Anzahl Artikel pro Monat

Social Media Resonanz lädt mit diesen Angaben herunter:
  • Headline            
  • Snippet (die ersten 140 Zeichen des Textes)
  • Clipping-Link     
  • Datum  Sprache              
  • Quelle/Benutzer            
  • Typ       
  • Followers/Friends
Die weitere Analyse kann schnell mit Hilfe von Excel geschehen, im besten Fall, indem man zusätzliche Angaben rausfiltert oder noch nachrecherchiert. So können z. B. mit Hilfe von Wortwolken Themen im Onlinebereich kategorisiert werden. Social Media Resonanz kann nach Retweets durchsucht werden, oder es werden für jede Platform ("Typ"= Facebook, Instagram, Twitter, Youtube, Google+ und Pintererst) die wichtigsten Influencer identifiziert.

Eine Bilderanalyse ist mit dem Download nicht möglich, da die Bilder aus urheberrechtlichen Gründen nicht mit heruntergeladen werden können. Solche Analysen müssen dann direkt von den Suchergebnissen aus durchgeführt werden.

Für "Allerwelts-Produkt- oder Unternehmensnamen" bietet sich die komplex programmierte Expertensuche an, mit der auch Boolesche Faktoren eingesetzt werden können. So wird sichergestellt, dass nicht zu viele irrelevante Meldungen geliefert werden. Obgleich die Menge der Meldungen für den Preis des Monitorings keine Rolle spielt, da das Bezahlmodell auf Flatrates basiert. Diese variieren nach Anzahl der möglichen Email-Alerts, Anzahl der Downloads und Möglichkeiten der erweiterten Suche. Eine Basis-Flat ist ab 299 Euro im Monat verfügbar. Sie bietet allerdings nur 100 Artikel oder Postings im Download. Für 499 Euro sind dann bereits 2.500 Downloads möglich - in Anbetracht des unter Umständen explodierend hohen Social Media Echos eine praktikablere Menge.



https://www.echobot.de/monitoring/

Ich durfte das Tool mit Studierenden der IBA Heidelberg und der Ostfalia Hochschule ausprobieren!

Social Media Analyse DO-IT-YOURSELF



Social Media bieten dankbare, direkte Usermeinungen und Reichweitenzahlen - auch wenn sie unrepräsentativ sind, da sie eine unkontrollierte Stichprobe Ihrer Stakeholder beleuchten. Die Resonanz ist jedoch zu großen Teilen öffentlich verfügbar und technisch einfach zu erheben - damit also kostengünstig zu evaluieren. Ein großer Mehrwert, da für die Evaluation selten Budgets eingeplant werden.
Natürlich liegt der wirkliche Mehrwert einer Social Media Analyse darin, aufzuzeigen, inwiefern die Social Media Resonanz einen Beitrag zur Wertschöpfung des Unternehmens beigetragen hat. Dafür macht es Sinn, die Informationen einer Social Media Analyse zu Key Performance Indikatoren zu verdichten. Ein sehr guter Beitrag dazu findet sich z. B. auf https://blog.bloofusion.de/erfolgskontrolle-im-social-media-monitoring-was-sind-relevante-kpis. Im besten Falle hat man sich vorher bereits Gedanken zu Sinn und Zweck und Ausrichtung der Social Media Aktivität gemacht - dann ist eine Erfolgskontrolle im Nachhinein eine einfache Sache.

Für die erste Auswertung und Aufbereitung, wie über Ihr Unternehmen oder Ihr spezielles Themengebiet in den sozialen Netzwerken gesprochen wird, bietet eine kleine DO-IT-YOURSELF-Analyse interessante Anregungen, wie die Social Media Aktivität weiter gesteuert werden kann!

Es gibt kostenlose Downloadmöglichkeiten (z. B. bei https://tweetreach.com), die jedoch nur eine sehr begrenzte Anzahl an Ergebnissen liefern. Für Twitter gibt es das kostenlose Tool http://chorusanalytics.co.uk/downloads/ - es ist für die wissenschaftliche Nutzung gedacht, aber man kann es frei nutzen - wobei natürlich die Twitter-Kommunikation in Deutschland (noch) nicht sooo relevant ist wie Facebook). Aber auch von bezahlten Monitoringdiensten bietet der Download viele Möglichkeiten zur weiteren Bearbeitung.

Jedes Social Media Netzwerk hat eine eigene Begrifflichkeit und andere Modalitäten zum Kommentieren und Teilen. Daher sind nur Basiskennzahlen über verschiedene Netzwerke nutzbar.

Die Anzahl der Posts und die Reichweite sind die direkten zu verwertenden Daten:



Eine weitere Basisbetrachtung der Download-Daten ist die zeitliche Verteilung. Meist ist dafür eine neue Kategorie "Monat" oder "Woche" zu bilden, da die Zeitangaben im DD.MM.YY hh.ss Format geliefert werden. Mit der einfachen Funktion =MONAT(XX) erstellt Excel eine Monatszahl, die in sich einer Pivottabelle und dazugehörigem Liniendiagramm schnell in eine Trenddarstellung verwandeln lässt.


Die zweite Basisauswertung wäre die Darstellung der User, die sich geäußert haben, bzw. der Sender der Posts. Top User können Sie mit Hilfe von automatischen "Einfluss"-Scores näher beleuchten, wie z.B. https://klout.com/corp/score oder der Netzwerkanalyse auf http://mentionmapp.com. Interessant ist  auch die Unterscheidung in "Intern" und "Extern" - welche Posts kamen von unserer Organisation, welche User erwähnten uns von sich aus - mit Hilfe von Excel schnell als Extraspalte ausgewiesen und mit Hilfe einer Pivottabelle analysiert.

Wichtige Aspekte der Social Media Resonanz sind @Verweise auf andere Accounts, http-Links, #Hashtags, Emojiis sowie RT-Retweets (bei Twitter). Mit Hilfe des Filters sucht Excel nach diesen Zeichen und ermöglicht die Erweiterung der Datenbank um eine Spalte mit dem jeweiligen Zeichen,  z.B. Hashtags, Retweets, Links oder Verweise.

Einen allgemeinen Eindruck des Social Media "Buzz" kann eine Wortwolke bieten, die von den Headlines oder den Inhalten der Posts erstellt wird (kostenlos unter www.wortwolken.com). Auf der Basis einer Wortwolke und deren Häufigkeitstabelle kann die Analyse inhaltlich weiter inspiriert werden: Woher stammen die Topbegriffe? Welche Zusammenhänge verbinden sie? Die qualitative Inhaltsanalyse weist den Weg in die Tiefe der Zusammenhänge.


Die inhaltliche Analyse stellt wesentlich mehr Informationen zur Verfügung als die reine Reichweitenanalyse - auch wenn sie zunächst etwas mehr Arbeit macht. Eine Bilderanalyse ist z. B. ein weiterer Aspekt, der gerade auf Bildernetzwerken wie Instagram und Pinterest eine wertvolle Vorgehensweise darstellt. Zum Thema Bildanalyse gibt es einen sehr guten Beitrag auf  https://medienresonanzanalyse.wordpress.com/2013/02/27/abbild-und-denkbild-methoden-wissenschaftlicher-bildforschung. Die Standardisierung der Bildanalyse für den PR-Bereich stellt sicherlich ein interessantes Feld der zukünftigen Evaluationsforschung dar.

Nutzen Sie die technischen Möglichkeiten und evaluieren Sie mit Bordmitteln! Damit Sie zeigen können, was Sie in den sozialen Netzwerken bewegen!

PREZI zum Thema!