Frohes Neues Jahr!

Ich wünsche allen Lesern ein frohes neues Jahr! 
Für uns hat es bereits einige Neuerungen gebracht. Meine gut durchorganisierte Kinderbetreuung hat sich "aus dem Staub gemacht". Unser Au Pair aus Mexiko fand es "besser für alle", wenn sie eine neue Familie sucht. Ok, mein Sohn (3) hat es ihr nicht leicht gemacht und sie irgendwie auch nie richtig gemocht. Mit der Großen (6) ging es aber redlich gut - sie findet es schon cool, Ipod zu hören ... Sohnemann fand es hingegen gar nicht lustig, als sich die 24jährige neben ihn mit der Knete setzte, sich die Ohrstöpsel ins Ohr steckte und ihm  ganz lässig beim Kneten zuschauen wollte ... Nach ein paar Tagen habe ich sie gebeten, die Ohrstöpsel im Haus doch einfach ganz sein zu lassen - man kommt sich so abgeschottet vor von jemandem, der durch das Haus immer easy wippend mit Ipod im Ohr strollt ... Nun denn. Sie hat schon schnell gelernt: Kartoffelbrei mit nicht angebranntem Spinat und Fischstäbchen zu kochen, die Fenster richtig auf UND wieder zu zu machen, RECHTS Fahrrad zu fahren, mit den Kindern zu sprechen, wenn man etwas von ihnen will, die eigene Zimmertür (im Erdgeschoss) NICHT zu verschließen, wenn man auf zwei schlafende Kinder im Obergeschoss aufpassen soll etc. 
Ich dachte dann nach drei Monaten, dass das Schlimmste jetzt vorbei sein müsste und nun hoffentlich die Zeit der Erleichterung beginnt. Aber da irrte ich. Es wurde ihr nun langsam langweilig, glaube ich. Nachdem sie in zwei monatiger Dauerparty (sie war jeden Abend in Heidelberg unterwegs) endlich einen jungen Mann gefunden hatte, pendelte sie jedes Wochenende nach Darmstadt, um ihren Studenten zu besuchen. Wenn sie montags mittags wieder eintrudelte, war es fast wie ein Neuanfang, weil sie mental gar nicht so richtig bei uns sein wollte. Überhaupt fehlte ihr völlig das "Familiengen". Leider wurde es uns erst zu spät klar, dass es wohl viel verlangt ist, von einem Einzelkind, das mit der Mutter groß geworden ist und in der Großfamilie auch das absolute Nesthäckchen ist, einen ausgeprägten Familiensinn und Kleinkinderfahrung zu erwarten. Sicher gibt es auch andere Einzelkinder aus Scheidungsfamilien, die trotzdem einen Sinn für Kinder haben - unser Au Pair leider nicht...
Als aber nach und nach klar wurde, dass sie eigentlich nur einen deutschen Mann gesucht hatte (möglichst gut situiert) und ein Architekturstudium in Deutschland das zweite Ziel ihres Aufenthaltes hier war (sie war über die Uni-Zugangsbedingungen besser informiert als über die Stundenpläne meiner Kinder), da überraschte eigentlich nichts mehr. Zumindest gipfelte es in einem Dezember, in dem die Kinder mehr Zeit mit mir und meiner Mitarbeiterin verbrachten als mit unserem Au Pair und ich daraufhin sagte, dass es so nicht weitergehe. Sie entschied sich dann, zu gehen und suchte eine neue Familie. Ich hatte schon den Glauben daran, dass sie die Situation meistern könnte, wenn sie es wirklich wollte, aber ihre Konzentration war einfach woanders. Und es schien, dass das gelobte Aupairland ja auch immer in der nächsten Familie liegt... Nun gut, ich wünsche es ihr.

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